28.04.2011
Biogas auf Basis von Kofermenten - Die Mischung macht´s!
Die Idee für das Biogasprojekt entstand aus unterschiedlichen Unternehmenszweigen. Bereits Anfang der 90er besaß einer der Mitbegründer des Projektes eine enge Verbindung zum Thema Biogas. Sein Interesse lag zu dieser Zeit bereits in der biologischen Betreuung und Prozess-Steuerung von Biogasanlagen. Dieses Know-How in Kooperation mit einem landwirtschaftlichen Betrieb und der Fleischverarbeitung ermöglichte ein nicht alltägliches und nachhaltiges Konzept der Biogasproduktion. Erdgasqualität aus Schlachtabfällen
Das Ergebnis ist eine Biogasanlage, die mit Gülle und Kofermenten aus dem Schlachtbereich betrieben wird. Seit Dezember 2010 speist die Anlage in das öffentliche Stromnetz und seit Februar 2011 auch in das Gasnetz ein. Hierbei handelt es sich um 750 m³ Rohbiogas und 625 kW Strom. Das Rohbiogas wird auf Erdgasqualität aufbereitet. Der Bau der schlüsselfertigen Anlage wurde von Consentis Anlagenbau umgesetzt, wobei das Konzept der Gasaufbereitung mit dem Partner EWE realisiert wurde.
Zu Anfang herrschte Skepsis für dieses Projekt im näheren Umkreis. Das schlüssige Konzept der Anlage konnte jedoch die Bedenken schnell verwerfen. Die Befüllung der Anlage mit den Kofermenten erfolgt direkt in den gasdichten Annahme-/Mischbehälter. Hierbei handelt es sich um ein geschlossenes System. So gelangt keine Geruchbelästigung an die Umwelt. Eine vorgeschaltete Hygenisierung erhitzt das Inputmaterial eine Stunde auf 70 °C. Von dort aus gelangt es über eine speziell dafür vorgesehene Pumpe direkt in den Fermentationsprozess. Das Anlagenkonzept besteht aus einem Edelstahl-Mischbehälter und drei Fermentern. Für ein großes Lagervolumen sorgen die drei Lagerbehälter mit insgesamt 12.000 m³ effektivem Fassungsvolumen.
Die Entscheidung für Consentis Anlagenbau ergab sich durch die Besichtigung der Biogasanlage in Schwartenpohl. Die Anlage wird innerhalb der Unternehmensgruppe betrieben und umfasst eine
Gesamtleistung von 3.21 MW. Die Grundlage bilden 120.000 Tonnen Biomasse, die von unterschiedlichen Lieferanten z.B. aus der Lebensmittelindustrie angeliefert werden. Die Erfahrungen und Kenntnisse, die mit diesem Referenzprojekt gewonnen werden konnten, bestärkten die Gesellschafter des Projektes, eine Entscheidung zu Gunsten des Komplettanbieters Consentis zu treffen.
„Das Anlagenkonzept hat sich bewährt“, so das Fazit der Anlagenbetreiber. „Die Werte fallen gut aus, die Auslastung ist hervorragend. Wir haben ein schlüssiges und vielseitiges Konzept in die Praxis umsetzen können.“
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